Katholische Pfarrgemeinde
Sankt Johannis der Evangelist
Freiberg / Sachsen
Prävention
Prävention als ganzheitliche Aufgabe
Link zum aktuellen Schutzkonzept der Pfarrei
Ausdrücklich rufen wir Sie, liebe Pfarreimitglieder zur Mitarbeit auf. Es liegt in unserer Verantwortung! Lassen Sie uns gelingende
Prävention in unserem gemeinsamen Tun verwirklichen.
Aufarbeitung geschehenen Leids und Unrechts durch (sexuellen) Missbrauch muss unabhängig von und parallel zu Prävention passieren. Die Herangehensweisen in beiden
Bereichen hängen jedoch voneinander ab. Prävention gegen sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener (Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene) sind Kernthemen eines
jeden Gläubigen. Missbrauchsprävention ist eine Generationenaufgabe.
Notwendiges koordiniertes Vorgehen
Präventionsmaßnahmen sind „löchrig“. Eine einzige Maßnahme oder eine geringe Zahl von erfüllten Anforderungen, die zudem auch nicht miteinander abgestimmt sind, also
wahrscheinlich auch nicht „gelebt“ werden, haben nur eine geringe Wirksamkeit. Es kommt also darauf an, auf mehrere Ebenen zurückgreifen zu können und diese so
anzuordnen, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen insgesamt zunimmt und so ein weitreichender Schutz erreicht wird. Die wichtigsten dieser Ebenen im Bereich der
Prävention sind (ohne wertende Reihenfolge):
•
Wertschätzung, Offenheit und Transparenz als oberste Maxime im Umgang untereinander
•
Erkennen von Risiken und daraus abgeleitete organisatorische, bauliche o. ä. Maß-nahmen
•
Kinder, Jugendliche und andere Schutzbedürftige „Stark machen“ und sie über Gefahren und ihre Rechte alters- und verständnisgerecht aufklären
•
unabhängige und integre Ansprechpersonen einrichten
•
Schulung aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Sensibilisierung aller Gläubigen
•
sachgerechtes Abfordern des erweiterten Führungszeugnisses
•
klare Regeln erstellen und Dokumentationspflichten umsetzen
Der Status
Das Institutionelle Schutzkonzept bildet das verschriftliche und damit auch einzufordernde zusammenfassende Dokument für alle diese Einzelaspekte. Seit Anfang 2022 liegt
das heute gültige Dokument in unserer Pfarrei vor (siehe oben auf dieser Seite). Seinerzeit haben sich dankenswerterweise eine ganze Reihe interessierter Menschen an der
inhaltlichen Erarbeitung beteiligt.
Aufruf zur Mitarbeit
Nun ist es an der Zeit, das vorliegende Konzept zu aktualisieren und auch an die aktualisierten Rahmenvorgaben des Bistums
anzupassen. Dieser Weg startete mit der Vorstellung der aktuellen Situation in den Ortskirchenräten im Herbst diesen Jahres. Bis
Ostern 2026 soll nun der Entwurf des überarbeiteten Textes fertig sein. Ein wichtiger Schritt bis dahin ist es, Sie, liebe Gläubige
unserer Pfarrei zu befragen:
1.
Haben Sie unklare Formulierungen im Text festgestellt, die verändert oder erläutert werden sollen?
2.
Fehlen aus Ihrer Sicht im Text wichtige Inhalte, um dem Grundprinzip gelingender Prävention gerecht werden zu können?
3.
Welche weiteren Fragen oder Vorschläge haben Sie?
Wenden Sie sich persönlich an mich oder an den Pfarrer. Gern sind wir zu Gesprächen bereit. Möchten Sie eine schriftliche Notiz
übermitteln? Kein Problem! Geben Sie Ihre Anmerkungen ins Pfarrbüro, auch über den Briefkasten der Pfarrei oder senden Sie
eine E-Mail: praevention@katholische-kirche-freiberg.de
Nach diesem ersten Schritt starten wir eine öffentliche Diskussion des Entwurfs und stellen bis Ende 2026 den Text redaktionell
fertig.
Wie setzen wir ansonsten den Präventionsgedanken um?
Eine wertschätzende Achtung untereinander ist die Voraussetzung dafür, dass wir als einzelne Gläubige und als gesamte Gemeinschaft das Wort Gottes verkünden und
SEINEN Willen umsetzen können. In einem solchen, offen glaubens- und lebensbejahenden Umfeld hat Missbrauch, egal welcher Prägung keinen Platz. Wir danken
ausdrücklich allen Gläubigen für ihr Interesse und ihre Mithilfe. Wichtige Erkenntnisse sind: Prävention schützt jeden einzelnen Menschen und die gesamte
Glaubensgemeinschaft. Prävention ist eine Investition in die Zukunft.
Neben den Informationen und dem Link zum Schutzkonzept unserer Pfarrei (siehe oben) finden Sie auf der Website des Bistums weitere Inhalte zu Prävention und
Aufarbeitung von Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Unter anderem können Sie dort die Broschüre „Augen auf – Hinsehen und Schützen“ als wichtige Handlungsanleitung
herunterladen.
Mut zur gemeinsamen Verantwortung
Geht es darum, die in der Kinder- und Jugendpastoral tätigen, auch vielen Ehrenamtlichen in ihrem Einsatz zu beschränken oder gar zu maßregeln? Nein, keinesfalls! Wir sind
in der Verkündigung und in unserem Glaubensleben mehr denn je auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Und gerade aus der Tatsache heraus, dass wir den Glauben
frei und freiwillig erleben und weitergeben wollen, ergibt sich doch der notwendige Einsatz der Gläubigen. Zwar müssen auch bestimmte Formalien eingehalten werden.
Vielleicht müssen sich neue, bisher ungewohnte Aufgaben und Abläufe noch einspielen. Formalismus und der drohende Zeigefinger stehen aber nicht im Mittelpunkt unserer
Bemühungen. Der Präventionsgedanke soll vielmehr als etwas Selbstverständliches und nicht als etwas Belastendes erkannt werden. Es ist klar: Grenzverletzungen müssen
abgestellt und verhindert werden. Hinsehen, Offenheit und Achtsamkeit sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Präventionsarbeit und die Kultur eines
vertrauenswürdigen Umgangs miteinander. Mit Dankbarkeit nehmen wir wahr, dass es in unserer Pfarrei einen verantwortungsvollen Umgang mit den uns anvertrauten
Menschen, speziell den Kindern und Jugendlichen gibt.
Und wie geht es weiter?
•
Weiterbildungsangebote für Ehrenamtliche und Hauptamtliche, sowohl auf Bistums- wie auch auf Pfarreiebene
•
Laufende Evaluierung sowie bedarfsgemäße Anpassung und Ergänzung des Schutzkonzepts
•
Austausch zwischen den Fachpersonen – Pfarrei-übergreifend
•
Begleiten der Gruppen und Kreise oder der Projektangebote in Bezug auf Prävention